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Eine Begegnung mit der Ordensgemeinschaft des Hospizes und ihrer jahrtausendealten Tradition der Gastfreundschaft.

Präsentationsvideo

Ein wenig Geschichte

Eine Begegnung mit der Ordensgemeinschaft des Hospizes und ihrer jahrtausendealten Tradition der Gastfreundschaft.

Heute heißt die örtliche Gemeinschaft am Großen Sankt Bernhard drei neue Gesichter willkommen: Simon Roduit, Prior, Joseph Voutaz, Clavandier, und Frédéric Gaillard, der für den Empfang zuständig ist. Unterstützt von einem Team aus Laien widmen sie ihre Tage der Arbeit, dem Gebet und der Betreuung von Reisenden aus aller Welt.
Simon Roduit

Simon Roduit

Prior der Gemeinschaft

Simon Roduit stammt aus Saillon und wuchs in einer vierköpfigen Familie auf, in der ihm der Glaube vermittelt wurde. Schon von klein auf stieg er mit Steigfellen zum Hospice hinauf. Nach seinem Dienst bei der Päpstlichen Schweizergarde in Rom trat er 2015 in die Kongregation der Kanoniker ein. Er wurde 2021 zum Priester geweiht und war als Pfarrer in Martigny tätig. Mit Freude folgte er dem Ruf des Propstes, zum Großen Sankt Bernhard aufzusteigen, da er die Bergwelt sehr schätzt. Er wird Prior der örtlichen Gemeinschaft des Hospizes.

Joseph Voutaz

Joseph Voutaz

Schaffner

Joseph Voutaz, ehemaliger Pfarrer von Orsières, wo er zehn Jahre lang tätig war, wurde 2001 zum Priester geweiht, stammt aus Sembrancher und hat ebenfalls bereits einige Jahre im Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard verbracht. Heute übernimmt er das Amt des Schaffners.

Frédéric Gaillard

Frédéric Gaillard

Empfang

Was Frédéric Gaillard, ständiger Diakon und Kanoniker, betrifft, so kehrt er an diesen Ort zurück, an dem er bereits zweiundzwanzig Jahre verbracht hat. Der aus Orsières stammende Gaillard nimmt wieder seinen Platz am Empfang ein – seine Diskretion und sein Wohlwollen sind für alle, die die Schwelle des Hauses überschreiten, von unschätzbarem Wert.

Ein Ort der Menschlichkeit im Herzen der Berge

Auf 2473 m Höhe an der Römerstraße zwischen Canterbury und Rom gelegen,

hält das Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard seine Türen für alle Reisenden offen.

Seit fast 1000 Jahren leben dort Ordensbrüder und widmen ihr Leben der Gastfreundschaft, getreu ihrem Motto:
„Hier wird Christus verehrt und versorgt“.

Seit der Gründung des Hospizes bis heute konnte die Gemeinschaft auf die Großzügigkeit zahlreicher Spender zählen, dank derer der Dienst der Gastfreundschaft fortgesetzt wird.

PRÄSENTATIONSVIDEO „IM HERZEN DER ALPEN: EIN TAUSENDJÄHRIGES HOSPIZ“
PRODUZIERT VON ALPAGE PRODUCTIONS.

Ein wenig Geschichte

Seit der Vorgeschichte ist der Großer-St.-Bernhard-Pass ein wichtiger Durchgangsort, der die italienische Halbinsel mit dem übrigen Europa verbindet.

12 v. Chr.
Der Pass war bereits seit prähistorischen Zeiten ein Übergang. Unter Kaiser Augustus (um 12 v. Chr.) nahm Rom ihn in Besitz. Es wurde eine Römerstraße angelegt, und ein Jupiter gewidmeter Tempel gab dem Ort den Namen, den er lange Zeit behielt: Mons Jovis („Jupiterberg“).

1050
Bernhard von Aosta, auch bekannt als Bernhard von Menthon, Erzdiakon der Kathedrale von Aosta, sah Mitte des 11. Jahrhunderts Pilger und Reisende, die über den Pass kamen. Viele waren erschöpft, litten unter Kälte und Schnee; einige waren ausgeraubt worden. Seit dem Ende der Römerzeit gab es am Pass trotz des starken Reisestroms keine Herberge mehr. Um 1050 gründete Bernhard für sie dieses Hospiz.

1125
Die Schenkung von Amadeus von Maurienne an die „Kirche des Heiligen Nikolaus von Mont Joux“ im Jahr 1125 war die erste bedeutende Zuwendung an das Hospiz. Die weltlichen Behörden respektierten diesen Ort, den sie als von Gott gewollt betrachteten, und überboten sich in ihrer Großzügigkeit, um dessen Fortbestand zu sichern. Im Laufe der Jahrhunderte lieferten die dem Hospiz zuteilgewordenen Schenkungen die notwendigen Mittel, um seinen Auftrag der Gastfreundschaft zu erfüllen.

1752
Der Unterhalt des Hospizes war auch eine Frage der Macht. Über Jahrhunderte hinweg strebten die Kanoniker danach, sich von der Herrschaft des Hauses Savoyen zu befreien, das das Aostatal regierte. Im Jahr 1752 erlangten sie die volle Souveränität, allerdings um den Preis einer drastischen Einschränkung ihrer Existenzgrundlagen. Die kleine Gruppe von Kanonikern, die vor Ort verblieb, nutzte diese Widrigkeiten als Grundlage für einen neuen spirituellen Aufschwung.

1800
Bonaparte überquerte auf seinem Weg zum Italienfeldzug den Pass mit 40.000 Mann und 5.000 Pferden. Die Gastfreundschaft der Kanoniker beeindruckte den Kaiser. Er ordnete die Errichtung eines ähnlichen Hauses am Simplonpass an (1801), das bis heute von der Kongregation geführt wird.

1893
Die Eröffnung einer Straße auf der Walliser Seite veränderte die Art der Gastfreundschaft am Pass grundlegend. Motorisierte Touristen trafen in großer Zahl ein. Täglich wurden im Hospiz bis zu 700 Mahlzeiten serviert. Gegenüber dem alten Hospiz wurde ein „Neues Hospiz“ errichtet. Es wurde 1925 zu einem Hotel: Da es nicht mehr möglich war, alle kostenlos zu verpflegen und unterzubringen, machten Besucher, die mit dem Auto anreisten, dort Halt statt im Hospiz.

 

1964
Mit dem Bau des Großen-St.-Bernhard-Tunnels zu Beginn der 1960er Jahre stellten die Kanoniker die Bedeutung ihrer Präsenz am Pass in Frage. Der Intuition von Kanoniker Gratien Volluz folgend, stellten sie sich vor, welchen Platz die Berge in unserer Gesellschaft einnehmen sollten. Christus, „verehrt und genährt“, würde zunehmend in den Herzen der Gäste zu finden sein, die kamen, um die Berge zu genießen, aber auch, um zu sich selbst zu finden.